Ratgeber, Schreibratgeber, Kinderbücher und Roman – Diana Hillebrand kann alles und arbeitete viele Jahre lang auch noch als Rechtsfachwirtin. Dieses Jahr ist sie Jury-Mitglied RINDLERWAHN-Schreibwettbewerb. Wir trafen uns für ein kleines Interview.

Diana Hillebrand, Autorin beim Schreiben im CaféHallo Diana. Erst einmal vielen Dank, dass du dich bereiterklärt hast, Jury-Mitglied bei unserem diesjährigen Schreibwettbewerb zu sein. Ich freue mich sehr darüber. Hast du denn eigentlich selbst schon einmal an einem Schreibwettbewerb teilgenommen?

Ja, ich freue mich auch, Mitglied der Jury sein zu dürfen und bin schon sehr gespannt auf die Texte! Ich habe tatsächlich am Anfang meiner Schreibkarriere (wenn ich das so nennen darf) an vielen Wettbewerben teilgenommen. Manchmal war ich in der Endauswahl und ein paar Mal wurde ich in Anthologien aufgenommen. An Wettbewerben reizt mich, dass man in einer bestimmten Zeit über ein bestimmtes Thema, in einer vorgegebenen Textlänge schreiben muss. Das Ziel treibt einen voran und man übt, sich an Vorgaben zu halten. Das schadet nicht, denn auch Verlage haben ja oft genaue Vorstellungen davon, wie lang ein Manuskript zu sein hat. Und bei Zeitschriftenbeiträgen muss man die Vorgaben wirklich ganz genau einhalten, denn sonst passt der Text nicht ins Heft.

Wenn man sich deine bisherigen Veröffentlichungen anschaut, fällt auf, dass du sehr vielfältig unterwegs bist. Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?

Entgegen vieler meiner Kollegen und Kolleginnen war das nicht immer mein Berufswunsch. Ich bin eigentlich gelernte Rechtsfachwirtin und habe auch eine Zeitlang im Hotelfach gearbeitet. Aber geschrieben habe ich immer. Schon seit meiner Jugend. Schreiben war für mich selbstverständlich. Ich hätte nicht gedacht, dass daraus irgendwann ein Beruf wird. Das hat sich erst über die Jahre so entwickelt. Genaugenommen habe ich 20 Jahre geschrieben, bevor ich überhaupt versucht habe, ein Buch zu veröffentlichen. Aber dann hat es ganz schnell geklappt.

Diana Hillebrand mit einem ihrer Kinderbücher

Diana Hillebrand mit ihrem Kinderbuch „Paula, die Tierpark-Reporterin“

Viele kennen dich vielleicht auch von deiner Schreibratgeber-Reihe „Heute schon geschrieben?“ (deren Cover-Design ich übrigens ausgesprochen schön finde!). Wie kam es dazu?

Das Design finde ich auch sehr gelungen! Sandra Uschtrin hat mich bzgl. der Farben ein bisschen mitreden lassen. Das Grün ist meine Lieblingsfarbe.  Und der Spruch „Heute schon geschrieben?“ ist mein Lebensmotto. Ich gebe seit 2006 Schreibkurse an der WortWerkstatt SCHREIBundWEISE in München. Durch meine Teilnehmer und die Kursvorbereitungen habe ich viel gelernt über das Bücherschreiben und die Arbeit mit Texten. Außerdem habe ich ja immer selbst geschrieben. Aus diesen Erfahrungen sind die Bücher entstanden.

Was glaubst du, macht deine Schreibratgeber besonders?

Ich würde sagen, das Besondere sind auf jeden Fall 120 Schreibübungen, denn mir geht es vor allem darum, dass die Leser bzw. Autoren damit an ihren eigenen Texten arbeiten können. Dazu gibt es viele Textbeispiele, die ich explizit für die Bücher geschrieben habe, eine kommentierte Fortsetzungsgeschichte, anhand der man praktisch nachvollziehen kann, wie bewusst man in seinen Texten arbeiten kann, ohne die Freiheit und Freude am Schreiben zu verlieren. Alles in allem sollen die Bücher Schreibende von der ersten Idee, über Figurenentwicklung, Dialoge, Überarbeitung etc. bis hin zum Marketing unterstützen. Da ich selbst Kinderbücher, Kurzgeschichten, Ratgeber, Fachartikel und gerade einen Roman geschrieben habe, kann ich auf Erfahrungen zurückblicken, die in die Bücher eingeflossen sind.

Wird es noch weitere Bände geben?

Ich könnte mir das vorstellen und hätte schon die eine oder andere Idee, aber ich habe auch gerade einige Buchprojekte, die noch laufen, und natürlich die Schreibkurse. Mal sehen, wie ich alles hinbekomme.

Neben deinen Schreibratgebern veranstaltest du über deine Webseite www.schreibundweise.de auch Schreibkurse und sogar einen Literaturtreff. Erzähl uns doch ein wenig darüber.

Diana Hillebrands neues Sachbuch „Zuhause im Café“

Diana Hillebrands neues Ratgeber-Buch „Zuhause im Café“

Die Schreibkurse gebe ich seit 2006 u.a.  in einem ehemaligen Bauernhof in München Sendling. In dem Jahr habe ich mich als Autorin und Dozentin selbstständig gemacht. In meinem Beruf als Rechtsfachwirtin hatte ich jahrelang Fachseminare an der Rechtsanwaltskammer München gegeben. Meine Schreibanfänge dagegen führen in eine Schreibgruppe der Stadt München zurück, die von einer Lektorin geleitet wurde und der ich 18 Jahre lang angehört habe. Die regelmäßigen Treffen waren ein Highlight für mich. Der Schritt selbst Schreibseminare zu geben, war da gar nicht mehr so groß. Ich wollte von Anfang an auf mehreren Füßen stehen, denn ich wusste (und weiß bis heute) nie, wie meine Bücher laufen. Die Kombination aus Büchern, Lesungen und Schreibkursen halten mich unabhängig und es macht mir Spaß, so vielseitig unterwegs zu sein.

Den Literaturtreff habe ich 10 Jahre lang gemacht. Dazu habe ich jeden Monat Autoren zu Lesungen & Plauderstunden eingeladen. Die Veranstaltungen wurden vom Kulturreferat gefördert. Nach 10 Jahren ging’s nicht mehr. Ich hatte als Autorin einfach selbst zu viel zu tun. Es ist ein unglaubliches Glück, dass mein lieber Kollege Titus Müller und die Buchhändlerin Mariann Geier der Buchhandlung den Literaturtreff übernommen haben. Deshalb gibt es ihn bis heute und ich bin dort gern zu Gast.

Dein bisheriger Lebensweg als Autorin wirkt sehr stringent und zielsicher. Nächstes Jahr erscheint ein Roman von dir bei Droemer Knaur. Welchen Tipp kannst du allen Schreibverrückten mit auf den Weg geben, denen der Traum vom Schreiben manchmal unerreichbar scheint?

Den Traum vom Schreiben erfüllt man sich doch in dem Moment, in dem man schreibt!

Es ist eine Freude, das tun zu können, wofür man brennt. Jedenfalls ist das bei mir so. Das kann einem niemand nehmen. Und danach kommt lange erstmal nichts. Wenn es dann irgendwann mit dem eigenen Buch klappt, umso besser. Aber die Freude hat man doch schon vorher.
Bei mir hat es – wie oben erzählt – fast 20 Jahre lang gedauert, bis ich überhaupt versucht habe, einen Verlag zu finden. Ansonsten glaube ich daran, dass Übung den Meister macht. Meine Texte sind mit den Jahren jedenfalls immer besser geworden. Schreiben ist ein Weg, manchmal ein langer, ein nicht enden wollender, aber das ist ja gerade das Schöne.

Gerade denke ich, dass ich sehr gern auch noch etwas über deinen persönlichen Traum erfahren würde. Warum schreibst du?

Für mich ist das Schreiben so selbstverständlich wie Zähneputzen. Ich mache es schon immer und ich denke ehrlich gesagt überhaupt nicht darüber nach, warum das so ist. Es gehört einfach zu mir.